ARBEIT MIT DEM INNEREN KIND – GEHT DAS MIT EINEM TEENAGER?
Ich teile hier gern meine heutige Coaching-Erfahrung. Lisa, fast 15 Jahre alt, leidet schon lange unter der Beziehung mit ihrem Vater. Die Eltern sind bereits seit ein paar Jahren getrennt. Nach den Schilderungen der Mutter und Berichten des Mädchens, ist der Vater keine leichte Persönlichkeit.
THEMA FÜR DIE STUNDE
Als Coaching-Thema hatte das Mädchen den Wunsch, im Kontakt mit dem Vater standhafter und selbstsicherer bleiben zu können. Ich bat sie eine typische Situation zu schildern. Diese lag ca. zwei Wochen zurück. Das Mädchen fühlte sich dabei wie so oft unsicher und ließ sich zu einer Entscheidung überreden, die sie eigentlich gar nicht wollte. Es sei komisch, irgendwie sei sie nicht sie selbst, wenn sie mit ihm zusammen ist. Noch ein bis zwei Tage später fühle sie sich nicht so selbstbewusst wie sonst. So sei das immer und sie fühle sich damit nicht wohl.
INTERVENTION – DAS JÜNGERE SELBST
Ich wagte die Frage, wie alt sie sich in der Situation fühle. Sie war zuerst irritiert. Ich bat sie bei der Erinnerung zu bleiben und nachzuspüren, wie alt sie sich dann fühle. Sie antwortete: „Wie fünf. Irgendwie fühle ich mich klein, so ungefähr wie fünf Jahre alt.“
Ich lud sie auf eine kleine Zeitreise in ihre Vergangenheit ein. Dafür könne sie sich in ihrer Fantasie in ein Kino setzen, alles auf der Leinwand auftauchen lassen und aufmerksam beobachten, wann eine unangenehme Situation mit ihrem Vater auftaucht. Sie meinte, es gab unzählige unangenehme Situationen aber eine sehe sie jetzt vor sich. Sie war bei ihm in der Küche und ließ aus Versehen ein Glas fallen. Er reagierte extrem wütend und wurde laut. Das kleine Mädchen wich verunsichert, eingeschüchtert und verängstigt in eine Ecke zurück.
Ich fragte sie weiter, was das kleine Mädchen in dieser Situation hätte gebrauchen können, um in dem Moment besser mit der Reaktion ihres Vaters umgehen zu können. Nach einer kleinen Pause antwortete sie, dass das kleine Mädchen jemanden gebraucht hätte, der ihr versicherte, dass alles halb so schlimm und sie vollkommen okay ist und ihr Vater unangemessen auf das Dilemma reagierte.