EINSATZMÖGLICHKEITEN IN DER LERNBEGLEITUNG
Value-Based Micro-Actions eignen sich besonders dann, wenn klassische Methoden nicht greifen. Bei Lernfrust, Prüfungsangst, Prokrastination oder in festgefahrenen Eltern-Kind-Dynamiken eröffnen sie neue Spielräume. Sie ersetzen keine Lernstrategien, sondern schaffen durch die Werteorientierung eine elementare Basis, für Motivation, Konzentration und Lernmethoden.
Auch Eltern profitieren stark von diesem Ansatz. Eine Mutter berichtete nach einer einzigen Veränderung, wie sich die Stimmung zu Hause entspannte: Ihr Wert war Beziehung. Ihre Micro-Action bestand darin, ihrem Sohn täglich fünf Minuten zuzuhören – ohne Nachfragen, ohne Tipps! „Es war schwerer als gedacht“, sagte sie. „Aber es hat mehr verändert als jedes Gespräch über Noten.“
EINE EINFACHE VORGEHENSWEISE FÜR DIE PRAXIS
In der Arbeit mit Lernenden beginnt alles mit einer echten Werteklärung. Nicht abstrakt, sondern lebensnah. Fragen wie „Was ist dir wichtig daran, gute Noten zu schreiben?“ (Anerkennung) oder „Woran würdest du merken, dass du dich gut mit deinen Eltern verstehst?“ (gemeinsam lachen/Humor) bewirken oft mehr als jede Zielabfrage.
Aus dem benannten Wert wird anschließend eine kleine, konkrete Handlungsaufgabe entworfen. Je kleiner sie ist, desto leichter ist sie umzusetzen. Die anschließende Reflexion bleibt bewusst wertfrei. Es geht nicht um Erfolg oder Misserfolg, sondern um Wahrnehmung: Was hat sich verändert? Was hast du bemerkt? Was war angenehm?
ALTERSGERECHT UND ALLTAGSTAUGLICH
Mit Kindern arbeiten viele Lernbegleiterinnen mit Bildern, Symbolen oder Figuren. Werte werden zu inneren Helfern oder Superkräften. Jugendliche brauchen vor allem Augenhöhe und Autonomie. Bei Eltern liegt der Fokus häufig darauf, vom Kontrollieren, Bewerten und Drohen, zurück in die Beziehung zu kommen.
Die folgende Aufgabe zeigt, wie sich Werteorientierung in Familien ganz praktisch umsetzen lässt – mit kleinen Handlungen, Verständnis und Verbindung fördern. Die Familienmitglieder lernen sich besser kennen und schaffen Nähe. Wenn Eltern mitmachen – nicht nur anleiten oder eine Aufgabe vorgeben – dann wirkt ihre Teilnahme als wichtige Vorbildfunktion. Aller Teilnehmenden vergrößern nebenbei ihren Wertewortschatz, was sich positiv auf Selbstmitteilungen auswirkt.
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