Listen, die glücklich machen? Klingt interessant!

Wer mich (Farida) kennt weiß, dass ich im Coaching gnadenlos ressourcenorientiert vorgehe. „Stärken zu stärken ist so viel sinnvoller…“, sagt auch Eckhard von Hirschhausen in seinem amüsanten Pinguin-Video. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. So ist es auch in der Coaching- und Therapiepraxis. Es gibt viele Ansätze, Formate und Tools.

Wie können wir als Anwender:innen wirksame Interventionen für unsere Klienten finden und zusammenstellen? Welche, die wirklich passen und nachhaltig stärken. Zu mehr Selbstwertgefühl und Mut führen. Denn das wünschen wir uns doch? Meine Empfehlung ist, den Fokus bei der Auswahl auf zweierlei Aspekte zu richten.

  1. Welche Übungen und Tools bereiten dir Freude? Selbst ausprobieren, testen und erleben, sind immer noch die Kriterien, die dich in der Anwendung am sichersten sein lassen. Du hast dadurch eigene Erfahrungen gesammelt und bist in der Anleitung und Erläuterung überzeugend. Außerdem wirkst du authentisch, wenn du etwas einsetzt, von dem du selbst weißt, wie es sich anfühlt. Diese Sicherheit strahlst du aus! Das wiederum fördert die vertrauensvolle Allianz (Rapport) zwischen deinem Coachee und dir. So fühlen sich kleine oder große Menschen bei dir sicher aufgehoben und kompetent begleitet.
  2. Wir ticken ja alles etwas anders. Jeder von uns hat einen sensibleren Wahrnehmungskanal für die Aufnahme von Informationen. Das ist bekannt. Auch die Verarbeitung von Neuem oder das Nachsinnen über Gedanken und Gefühle, kann bei jedem von uns innerlich ganz anders ablaufen. Eva zum Beispiel kann ihre Gedanken am besten in einem Gespräch mit ihrer Freundin sortieren und klären, weil diese ihr viele Fragen stellt. Philipp dagegen kritzelt seinen Frust auf Papier und Sophia schreibt schon seit sie neun ist fast täglich in ihr Tagebuch. Deshalb empfehle ich bei der Wahl von Coaching-Tools zu berücksichtigen, dass sie sowohl zum Anliegen deines Coachees, wie auch zu ihrem Typ passen. Denn vor allem, wenn es um Aufgaben für zu Hause geht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese umgesetzt werden und die gewünschte Wirkung zeigen, erheblich größer.

Annette Penno, LernCoach und Talententwicklerin in eigener Praxis in Lübeck, hat die Happy Listen und Gefällt mir-Listen für Teens entwickelt. Sie sind wunderschön gestaltet und eigenen sich vor allem für Menschen die gern Schreiben. Aber nicht nur für sie. Sie ergänzen deine Praxis-Tools. Denn über das Schreiben können innere Prozesse im eigenen Tempo entstehen. So erscheinen Gedanken und Stimmungen in einem anderen Licht und bringen verborgende Schätze hervor. Aber nun lasse ich in den folgenden Zeilen Annette selbst zu Wort kommen…

WIE DIE HAPPY-LISTEN ENTSTANDEN

Annette Penno berichtet…

Ich sitze in meiner Mittagspause bei einer Tasse Tee in meiner Praxis und höre gespannt einer Kollegin zu, die gerade zu Besuch hereingeschneit ist. Wir unterhalten uns über die Rahmenbedingungen, die Lernen und Potenzialentfaltung fördern, und auf einmal sagt sie: „Ruhe und Zeit. Das sind die Dinge, die wir alle dringend brauchen und die in dieser Welt so schwer zu kriegen sind …“

RUHE UND ZEIT

Ruhe und Zeit – diese Worte hängen in der Luft und etwas in mir hält inne. Ich erinnere mich, dass ich schon als Kind diese beiden Dinge immer dann bewusst empfunden habe, wenn ich Stift und Zettel vor mir hatte. Ich mochte die Ruhe, die sich in meinem Geist ausbreitete, wenn ich schrieb. Weil ich ja pro Satz immer nur einer Idee nachgehen konnte, die dann aber umso klarer wurde. Die Welt der Gedanken und Worte wurde mein geliebter Rückzugsort, um mich zu sortieren, Gedanken zu fangen, niederzuschreiben, Situationen nachzubearbeiten, Schönes auszumalen – und mir dabei selbst immer bewusster zu werden.

Ressourcen aktivieren_ Schreibtool zur Selbstregulation

VON ICH-SCHÄRFUNG ZU ICH-STÄRKUNG

Mich faszinierte die Klarheit, die entstehen kann, wenn ich mich vom Prozess des Schreibens einladen lasse, konkret zu werden, genauer in mich hineinzuhören und auf meine inneren Szenarien zu schauen. Solange, bis ich die Worte finde, die mir für das passend scheinen, was ich für mich festhalten will. Denn wie mein Vater mir früher gern unermüdlich erkärte: „Was man schwarz auf weiß hat, kann man getrost nach Hause tragen.“ Als würde das, was man aus der eigenen Innenwelt aufs Papier transportierte, auf geheimnisvolle Art und Weise gegenständlicher werden. Irgendwie greifbarer, wahrer. Als wäre man durchs Beschreiben der Reise nach innen größer und stärker geworden. So schreibt auch Stefanie Stahl in „Das Kind in dir muss Heimat finden“ davon, dass Selbsterkenntnis nicht nur der Königsweg ist, um sich aus seinen persönlichen Problemen zu befreien, sondern auch der Königsweg, um ein besserer Mensch zu werden. Volltreffer. Was für Möglichkeiten schlummern da im Schreiben!

Selbstcoaching-Schreibtool für Jugendliche im Lerncoaching

IDEEN FÜR DIE PRAXIS 

Auch wenn ich heute die neurobiologischen Gründe dafür kenne, weshalb der Schreibprozess tatsächlich eine große Hilfe bei der Selbststärkung und inneren Weiterentwicklung sein kann, ist sein Zauber dabei für mich nie verflogen. So sind aus den Stichwortprotokollen, Tagebucheinträgen und to-do-Listen meiner Kindheit unter anderem Ausfüll-Bücher mit Impulsfragen zur Selbstreflexion geworden. Diese Listen (siehe Downloads) lassen sich auch auf vielfältige Weise ganz leicht in der Arbeit mit Lernenden nutzen:

  • als spielerisches Einstiegstool für guten Rapport: Lerner und Lernbegleiter füllen dieselbe Liste aus und lesen sie sich vor
  • als Fun-Element für zwei, die sich besser kennen: beiden wählen eine Liste, füllen sie 2 Minuten lang aus und dann lässt einer den anderen raten, was er selbst wohl eingetragen hat
  • immer dann, wenn es darum geht, den Lerner mit Ruhe und Fokus in einen guten Zustand zu bringen
  • als freiwillige Aufgabe für zuhause, um Selbst-Bewusstsein zu stärken: wer sich schwer tut, Antworten zu finden, kann Vertrauenpersonen als „Ausfüllhilfe“ um Einschätzung bitten
  • für Lernbegleiter als eigene Wellness-Pause zur Selbstreflexion
  • oder auch einfach als sinnstiftendes Geschenk für einen Menschen mit Entdeckerfreude
Schreibtool für Teenies - Reoourcenarbeit im Lerncoaching

GEFÄLLT MIR – 111 LISTEN ZUM AUSFÜLLEN

Das Gefällt mir-Buch von Annette ist für die Jüngeren ab ca. 13 Jahren. Es erinnert eine wenig an die Freundschaftsbücher in der Schule, in die sich Mitschüler:innen und Freunde eintrugen. Es ist bunter und verspielter gestaltet, als die Variante für „Erwachsene“. Du kannst dir über den Gratisdownload einen Auszug von Gefällt mir herunterladen und einen Blick hineinwerfen. Das ganze Buch ist als selbst ausfüllbares eBook für 20 € erhältlich.

HOL DIR DIE LESEPROBE VON „GEFÄLLT MIR“
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ICH-Stärkung durch Schreiben im Lerncoaching

HAPPY-LISTEN – FINDE HERAUS, WAS DICH GLÜCKLICH MACHT

Für Menschen ab ca. 18 Jahren eignet sich eher das Buch mit den Happy Listen. Ich finde, sie sind auch zauberhaft gestaltet. Die Fragen regen zum Nachdenken an. Ihnen nachzugehen ermöglicht sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und Ziele besser kennenzulernen. Du kannst dir über den Gratisdownload einen Auszug von Meine Happy-Listen herunterladen und einen Blick hineinwerfen. Das Buch ist bei Amazon für 9,99 € erhältlich.

HOL DIR DIE GRATIS LESEPROBE VON „MEINE HAPPY LISTEN“
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DIE GASTAUTORIN

Annette Penno (LernRAUM Lübeck) schreibt und arbeitet als Lerncoach & Talententwicklerin und freut sich über Feedback oder Erfahrungen unter lernraum@annettepenno.de sowie über Vernetzung via facebook.com/annettepenno.de

GLÜCKSFORMEL – FORTBILDUNG

Möchtest du tiefer einsteigen? Dich, deine Mitmenschen und Klienten glücklicher machen? Dann schau dir mein neues MASTER-Modul GLÜCKSFORMEL – MOMENTE, DIE STARK MACHEN an. In dem habe ich interessante Forschungsergebnisse  und Glücksinterventionen für den Haus- und Praxisgebrauch zusammengestellt. Eine Fortbildung, die glücklich macht 🍀

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Glücksformel - Positive Psychologie im Coaching